Salinero

Mein Augenstern

Salinero, mein „Augenstern“, ist schon die richtige Bezeichnung. Es wäre ungerecht ihn gegenüber den anderen Pferden extrem hervorzuheben, aber es ist wirklich so, dass ich die glücklichsten Reitmomente auf Salinero verbringe.

Ich glaube es liegt an seiner Geschichte, die eine extrem konzentrierte und aufmerksame Beobachtung des Pferdes unumgänglich macht. Dieses Pferd hat ein unglaubliches Potenzial mitgebracht. Aus verschiedenen Gründen ist es trotzdem nicht gleich möglich gewesen dieses Potential in der Arbeit mit ihm voll auszuschöpfen. Als Salinero 2002 zu uns kam habe ich zuerst eine Bestandsaufnahme gemacht und ihn durch Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Schmied behandeln lassen. Gleichzeitig habe ich begonnen ihn zu Arbeiten, um den Erfolg der Therapien beurteilen zu können. Das Pferd war im Sinne von Lektionen weit ausgebildet. Alle Seitengänge im Schritt, Trab, Galopp waren möglich zu reiten. Die Piaffe war erarbeitet, aber für mich mit etwas wenig Losgelassenheit. Galoppwechsel waren nicht möglich zu reiten und die Passage war gerade in der Entwicklung.

Ein neuer Sattel musste her und wurde extra für ihn angefertigt. Ich arbeite dieses Pferd seit ich ihn habe nur mit der Kandare, weil einige Bewegungsprobleme mit einer zu hohen Aufrichtung und zu wenig Rückentätigkeit einher kamen. Das heißt für mich, dass das Pferd trotz aller Lektionen vor allem vorwärts-abwärts in die Tiefe geritten wird, um es dann über einen losgelassenen, tragenden Rücken wieder aufzurichten. Bei Spaniern kommt es oft vor, dass sie so „fein“ im Maul sind, dass mit einer Trensenzäumung zu wenig Anlehnung erarbeiten werden kann und das Pferd schnell zu kurz wird. Ich brauche aber einen langen, losgelassenen Hals um mit dem Rest des Pferdes arbeiten zu können.

Trotz der Arbeit an der „Rahmenerweiterung“ ist es auch bei Salinero sehr wichtig immer wieder die Hinterhand aktiv zu halten. Wenn einmal eine Blockade im Rücken zu einem gehemmten Energie-fluss geführt hat, muss der Reiter dem Pferd aktiv wieder zu einem ganzheitlichen Körpergefühl verhelfen. Bei Salinero heißt das nach der aufwärm-enden Arbeit im Schritt erst an den Piafftritten zu arbeiten, bevor es im Trab weitergeht. Habe ich mir die Hinterhand durch die Piaffe aktiviert, ist es leichter diese auch im Trab „vor“ mir zu erhalten.

Ganz wichtig ist es, dass der Reiter immer das Gefühl hat die Hinterhand des Pferdes vor dem eigenen Bein zu haben. Dies führt dazu, dass ich das Pferd von hinten nach vorn arbeiten kann. sabineundsalineroecke

Salinero ist heute in der Lage an verschiedensten Punkten Galoppwechsel durchzuführen. Das wichtigste Ziel für mich ist diese ganz ruhig mit einem entspannten, durchlässigen Pferd zu reiten. Bei Salinero war der Wechsel immer mit großem Stress verbunden. Vielleicht weil er ihn nicht durchführen konnte, vielleicht weil er nicht genau wusste was von ihm verlangt wurde. Dieses Verhalten wird uns bei einigen Pferden im Laufe der Ausbildung immer wieder auffallen. Oft wollen die Pferde alles sofort und genau ausführen. Wenn dies aber noch nicht möglich ist, ist es die größte Aufgabe des Reiters dem Pferd immer wieder die Angst zu nehmen und ihm ruhig durch die möglichen Hilfen zu verdeutlichen, was verlangt wird.

Heute ist Salinero 23 und nicht nur sein behandelnder Tierarzt ist erstaunt wie toll sich das Pferd entwickelt hat. Es ist kaum zu glauben, aber das Pferd wird durch die Arbeit tatsächlich noch schöner und ausdrucksstärker. Wer Salinero kennt kann sich kaum vorstellen, dass hier tatsächlich noch eine Steigerung möglich ist.

Sabine Theissen
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